Versenden von Neuigkeiten
Sie werden informiert über Veranstaltungen, Rabatte und Neuigkeiten und zwar direkt und bequem auf Ihre e-Mail Adresse
Unterkunft im Riesengebirge - Tips
Hotel Styl
Das Hotel Styl*** befindet sich in Špindlerův Mlýn in der Nähe der Wassertalsperre Labská přehrada, welche die höchstgelegene Wassertalsperre a...
Mehr »
Besucheranzahl
Online: 17
Gesamt:
129668
Krkonoše (dt. das Riesengebirge) sind im Paläzoikum aufgefaltet und ihre heutige Gestalt haben sie vor allem von der Erhebung im spätem Tertiär, welche die Grundausrichtung des Gebirges von Nordwest zum Südost bestimmt hatte. In höheren Lagen werden zwei Hauptkämme deutlich – Slezský (dt- der Schlesische) oder auch Grenzkamm mit dem höchsten Berg Sněžka(1602m), über den die Grenze zu Polen verläuft und der Český (dt. Der tschechische Kamm) oder auch der Innere Kamm genannt, der mit weiten Hochplateaus verbunden ist und von den Tälern Mumlavy und Sedmidolí duchzogen wird. Vom inneren Kamm verlaufen Richtung Süden sechs Gabeläste, die stufenweise absinken und durch tiefe Täler der Flüsse und Bäche getrennt sind. Zum endgültigen Bild trugen auch andere überwiegend klimatische Faktoren bei. Krkonoše sind ein geografischer Teil des Tschechischen Hochlandes - Česka vysočina und zählen zu den größten europäischen Mittelgebirgen.
In Krkonoše lassen sich charakteristische Spuren der Eiszeit feststellen. Die einzelnen Gletscher schufen Karen. Obwohl Krkonoše mit ihrer Meereshöhe als ein Mittelgebirge charakterisiert werden, liegen hier Klimabedingungen vor, die Merkmale hochgebirgiger und subarktischer Gebiete aufweisen.
Die Lage – in der Mitte Europas– bestimmte Krkonoše zur Verknechtung durch den Menschen. Krkonoše stellen ein nationales Kulturerbe dar und der Status eines Nationalparks ist eine erforderliche Voraussetzung, um die außergewöhnlichen Werte zu erhalten.
KRNAP – Krkonoše Nationalpark wurde am 17.5.1963 begründet als die höchste Form des staatlichen Naturschutzes auf einer Fläche von beinahe 400 ha. Krkonoše sind ca.5-6 Monate im Jahr mit Schnee bedeckt. Die Höhe der Schneedecke hängt sowohl vom Niederschlag, als auch von Temperaturen und von der Hangexposition ab. Die Schneedecke wird auch durch der überwiegende Richtung der Winde beeinflusst. Der Schnee sammelt sich dann in den Verwehungen an, die vor allem in leeseitigen Orten entstehen (z.B. Labsky dul, Obří und Modry dul) und die Lawinenentstehung bedingen.
Eine komplexe Schneedecke gibt es meist schon im November und in einer Meereshöhe über 1000 m und besteht bis Ende April, Schneefelder dann maximal bis Juli (Modrý důl). In niedrigeren Lagen liegt der meiste Schnee in Februar, in höheren Lagen im März. Die Höhe der Decke variiert von Ort zu Ort, von einigen cm bis hin zu 4m. Das gemessene Maximum betrug 14m.
In Krkonoše überwiegt die westliche und südwestliche Strömung. Die Windgeschwindigkeit ist gerade in der Winterzeit am höchsten und bei Windstürmen erreicht sie selten 150 km/h. Es kommt dann zu weit reichenden Baumbrüchen. Sehr gefährlich sind rasche Windschwankungen, bei denen sich ein ruhiges Wetter oft während nur einiger Minuten zu einem Schneesturm mit Rückgang der Temperaturen verändert.
Zu den kältesten und rauesten Orten in Mitteleuropa mit der durchschnittlichen Jahrestemperatur +0,2 Grad C gehört Sněžka, dessen Gipfel die Bergsteiger erstmals im 13. Jahrhundert erreicht haben und hier später die St. Moritz (Sv. Vavrinec) Kapelle, touristische Hütten und eine meteorologische Station errichtet haben. Ein starker Wind, Nebel und Regenwetter, nicht selten auch Schnee im Sommer sind hier übliche Begleiter der Touristen, denen zum Besteigen des Gipfels mehrere Wege zur Auswahl stehen.
Die Natur auf den Bergkämmen in Krkonoše erinnert so sehr an die Tundra im fernen Norden, dass das höchste tschechische Gebirge mit Recht den Eigennamen "Insel der Arktis in Mitte Europas" bekamen, die durchschnittlichen Jahrestemperaturen erreichen nicht mehr als +1 Grad C. Hier ist das Zuhause zäher Sträucher, Gräser, Moose und frostresistenten Flechten, eine Welt der quabbliger Torfbecken, Steinschotter und tief gefrorenen Böden, die das Eis und der Frost in verwunderliche Figuren ordnete.
Die tiefen Gewässer zweier Seen auf der polnischen Seite verraten die Geschichte der Krkonoše. Während der starken Abkühlung der ganzen Nordhalbkugel zu Beginn des Quartärs erstreckte sich von Skandinavien fast bis zur nördlichen Grenze der Krkonoše ein riesengroßer Kontinentalgletscher. In seiner Umgebung herrschte derartige Kälte, dass sich an den Hängen der Krkonoše neue lokale Gletscher zu bilden begannen und auf ihrem Weg ins Tal prägten sie das Gesicht des Gebirges. Auf diesem Weg schütteten sie auf manchen Stellen Mengen von Stein, Sand und Ton auf – Moränen, die manchmal so perfekt die Täler abdämmten, dass das Wasser vom tauenden Eis und Schnee tiefe Seen bildete. Der Große und Kleine Teich (Malý und Velký Rybník) bei den Nordhängen der Krkonoše, die Tiefen bis zu 7 und 24m erreichen, sind solche Zeugen aus den Eiszeiten. Der Frost, das Eis, Wasser und der Wind verformten die eisfreien Bergkämme und hinterließen an vielen Stellen Spuren ihrer Rasanz in Form von bizarr zerklüfteten Granitfelsen – Torren.
Obwohl Krkonoše überwiegend gewölbte mittelgebirgige Formen, umgeben uns, wenn wir uns in einen der 15 Krkonose Karen begeben, in die Wiegen der vergangenen Gletscher, gerade die hochgebirgige Szenerien der felsigen Hängen von Úpska jáma, Studniční jamy, jamy Rybníků, Kotelní jamy oder Labske jamy. Am dramatischsten sind aber Sněžné jámy, zwei Karen im westlichen Teil der polnischen Krkonoše. Die wild zerklüfteten Granitfelsen fallen in eine Tiefe von über 200 Meter und da die Karen an den nördlichen Hängen der Gebirge liegen, liegen auch im späten Sommer bei den Füßen der Felsenhänge oft breite Schneefelder, nach denen die Karen ihre Namen bekommen hatten. Im Gegensatz zu anderen Karen haben Sněžné jámy keinen Wasserfall, der am nächsten liegende ist Kamenczyk bei Sklarzska Potreba, der mit einer Höhe von 27 Meter der höchste Wasserfall an einem nördlichen Berghang ist.
Eine Dominante der westlichen Krkonoše ist Kotel (1.435 m Meereshöhe), in dessen südöstlichen Hängen vergangene Gletscher die Velka und Mala Kotelní jáma ausgezehrt haben, zwei Gletscherkaren mit einer abwechslungsreichen hochgebirgigen Natur: Die Szenerie der tiefen Felshängen beider Karen, dunkelgrüne Bergkiefer auf den gegenüberliegenden Hängen und der Buchenurwald im Tal der Jizerka. Im Föhrendickicht in der Nähe des Urwaldes liegt der auf der tschechischen Seite des Gebirges einzigmalige Gletscherteich verborgen – Mechové jezírko.
In der Mitte des Bergplateaus auf den Kämmen der westlichen Krkonose befindet sich in einer Meereshöhe von 1386,3 m. einer der Wallfahrtsorte dieses Gebirges – die Quelle des größten tschechischen Flusses Labe (Elbe). Schon vor mehr als fünf Jahrhunderten führte durch die Umgebung dieser Quelle einer der ältesten Salzpfade der Region, sg. Česká stezka, die Böhmen mit Schlesien verknüpft. Die Umgebung der einförmigen gelbgrauen Borstgraswiese versteckt eine weitere Besonderheit der Krkonoše - echte nordische Torfbecken. In der verschollenen Vergangenheit verbreitete sich bis hierher entlang der Ränder des mächtigen skandinavischen Gletscher die nordische Tundra und ihre Boten, z.B. die winzige Moltbeere oder das sudetische Läusekraut überleben hier als Zeitzeugen der vergangenen Eiszeiten bis heute.
Am Ende des längsten Gletschertales Krkonoše – Labský důl zeigt sich den Touristen eine einzigartige Szenerie dreier „Felsenamphitheater“ der Labske jamy. Vor langer Zeit entsprang hier ein mächtiger Gletscher und mit seiner Stärke von mehreren zehn Metern erfüllte er die Labské jámy. Heute fahren sein verformendes Werk die Schneelawinen fort, die regelmäßig die Karhänge hinunter fallen. Die dauerhafte nicht bewaldeten Lawinenbahnen wurden dann von so einer Vielfalt von Sträuchern, Kräutern und Lebewesen besiedelt, dass schon unsere Vorfahren, die hier Heilkräuter sammelten, diese Orte in den Kar von Krkonose als „Gärten“ bezeichneten (z.B: Krakonošova, Čertova zahrádka in Obří dul). Die überhaupt reichste Naturlokalität auf der tschchischen Seite des Gebirges liegt jedoch in Pančavska jáma und ihre Bezeichnung „Schustlerova zahrádka“ wird für immer an einen der bedeutendsten Forscher aus Krkonose erinnern. Zu häufig besuchten Orten gehört auch Pančavský vodopád (Wasserfall), dessen Wassermassen über Granitkaskaden in eine Tiefe von 148 m fallen und sich dann im Abgrund des Kars in die Mäander der Elbe anschließen. Einen Kilometer tiefer fließt in die Elbe von links der Fluss Pudlava, dessen 122 m hoher Wasserfall im gebirgigen Fichtendickicht versteckt ist, sodass er von den Touristen meist nicht erblickt wird.
Im östlichsten Teil der Krkonoše erstreckt sich ein 1033 Meter hoher Rýchorský-Kamm, von dem aus bei klaren Wetterbedingungen eine wunderschöne Aussicht auf das Panorama der sämtlichen Ost-Krkonose mit der dominierenden Snezka (Schneeberg). Auf dem Gipfel der Rychory befindet sich ein alter Buchenurwald. Alleine das Vorkommen der Buchen in dieser Meereshöhe ist sehr einzigartig. Die Torsa alter Baumstämme sind von Moosflächen und Sporen der Löcherpilze bedeckt und die zahlreichen Hohlräume bieten ein Versteck für die Waldvögel, zu denen auch der Kreuzschnabel, Specht, Buntspecht, Eulen und selten auch der König europäischer Wälder, Auerhahn zählen. Dvorský les (Wald) in Rýchory gehört zu den wenigen erhaltenen Zeugnissen über das Aussehen der Krkonose Wälder vor dem Eingriff durch den Menschen.
Im ebenen Pass zwischen Černa und Světla hora in einer Meereshöhe von 1200 Meter bildete sich in der Mitte eines niedrigen Fichtenwaldes im Laufe einiger Jahrtausende ein tiefes Torfbecken, das ein bemerkenswertes Naturarchiv ist. Die Bruchstücke alter trockener Fichten waren hier ausnahmsweise nicht die Zeugen der fatalen Wirkung von Emissionen, sondern eine natürliche Kulisse des lebendigen Torfbeckens, das bei seinem schnellen Wachstum kleinen Bäumen keine Überlebungschancen gibt. Im Pass entspringt auch der bekannte Černohorský potok (Bach), der weiter unten enge Moosmassen in seinem Flussbett durchschneidet und außergewöhnlich romantische Szenerien des Klausuv dul bildet.
Die tiefen Täler von Krkonose haben die Rasanz heftiger Quellwasser der Bergbäche miterlebt, die auf ihrem weg von den Bergen über lange Jahrtausende hinweg das Gesicht der umliegenden Landschaft prägen .Neben des größten tschechischen Flusses Labe (Elbe) entspringen in Krkonose auch die Flüsse Úpa, Bílé Labe und Jizera. Diverse Bäche und kleinere Flüsse an der tschechischen Seite der westlichen Krkonose münden in den Fluss Jizera, die jedoch ihre Reise schon im benachbarten Gebirge Jizerske hory beginnt. Die gelbgrüne Verfärbung diese Flusses verrät, dass seine Quellen in der Mitte von breit gestreckten und tiefen Torfbecken in Jizerske hory liegen. Zwischen Harrachovem und Rokytnice prägte der Fluss Jizera das romantische Flussbett in Jizersky dul, das im herbst am schönsten erscheint. Der Flussstrom durchdringt ein mit Moosen bewachsenes Felslabyrinth, wo Wasseramsel die Nahrung sucht, auf die mächtigen Blätter der Neunkraftwurzel kriechen schwarze Rüsselkäfer und über dem Fluss kann man Ab und Zu auch Eisvögel erblicken.
Goldgelbe Buchen verleihen dem Tal zu dieser Zeit ein einzigartiges Farbkolorit. In den Fluss Jizera mündet auch Mumlava, in dessen Granitflussbett über Harrachov der heftige Flussstrom nicht nur einen Imposanten Wasserfall und Stromschnellen modellierte, sondern auch mächtige Riesenflusstöpfe, eine der größten und tiefsten, die in tschechischen Flüssen gesehen werden können.
Trotz ihrer kleinen Fläche und niedriger Meereshöhe gehören Krkonose zu den meist besuchten Gebirgen Europas und mit ihrem Weltruf überragen sie viele größere Gebirge klangvoller Namen. Sie besitzen eine Landschaft, deren natürliche Vielfalt in benachbarten Gebirgen keine Konkurrenz findet.





